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Serien-Rezension | Prime Original: “Paper Girls” (Staffel 1)

Die “Paper Girls” Erin, Mac, Tiffany und KJ sind völlig normale Teenager, die in der Nacht nach Halloween einfach nur Zeitung austragen wollen. Erin ist neu in der Gruppe und ist sofort mit rassistischen und gewalttätigen Menschen konfrontiert. Es ist 1988 und während wir anfangs etwas in Nostalgie verfallen, geraten die Teenager per Zufall in ein Zeitreise-Abenteuer und finden sich im Jahr 2019 wieder. Aber das ist erst der Anfang der 8-teiligen Serie.

Sie endet im Cliffhanger und wird (Stand: Dezember 2022) auch nicht fortgesetzt. Die 8 Folgen steuern neben 1988 und 2019 noch diverse andere Zeiten an und lassen nicht nur Zuschauende mit einem Knoten im Kopf zurück. Schade, dass diese fantastische Serien-Adaption des Comic keine Fortsetzung erfährt, denn sie ist absolut sehenswert, vor allem – neben der grandiosen Story – von den Special Effects her. Und Sapphic Content gibt es noch dazu.

Meine Meinung zu “Paper Girls”

Teenager, die nachts einfach nur Zeitung austragen wollen, geraten in eine absolute Sci-Fi Katastrophe. Zeitreise, Krieg zwischen den Zeiten. Wer sind die Guten und wer die Bösen? “Paper Girls” ist die Serien-Adaption des gleichnamigen Comics. Es erzählt eine ähnliche und doch andere Geschichte der Vorlage.

Die Charaktere

Erin ist neu bei den Paper Girls. Sie hat sich diese Arbeit hart erkämpft, trotz des Veto ihrer Mutter. Leider stellt sie schnell fest, dass es als junges Mädchen nachts doch gefährlicher ist, als gedacht. Sie ist zurückhaltend und daher schnell verschreckt, als sie von einem fremden Mann rassistisch angegangen wird. Glücklicherweise eilt ihr Tiffany zur Hilfe.

Tiffany ist intelligent und selbstbewusst. Ihr größter Traum ist es, eines Tages am MIT zu studieren und die Welt als Schwarze Frau in der Wissenschaft zu verändern. Ihr Handeln ist stets auch feministisch motiviert. Man könnte meinen, dass sie Bad Ass ist, doch da macht man die Rechnung ohne Mac.

Mac lebt in armen Verhältnissen mit ihrem Bruder, Vater und der Stiefmutter. Der Vater hat seine frustrierte, rassistisch-antisemitische Meinung auch zuhause an die große Glocke gehangen, weswegen es wenig verwunderlich ist, dass Mac dies internalisiert hat und ihm wahllos Dinge nachplappert. Ausgerechnet bei KJ trifft sie auf Widerstand.

KJ ist Jüdin, hat das Herz am richten Fleck und spielt Hockey. Die Mädchen in der Gruppe legen viel Wert auf ihre Meinung, gleichzeitig bringt sie auch Ruhe in die Gruppe. Obwohl es anfangs nicht den Anschein macht, scheint sie das Herz der Gruppe zu sein. KJ gerät in Gefahr und wird von drei Jugendlichen bedrängt und sexuell belästigt. Als Mac davon mitbekommt, schnappt sie sich Tiffany (deren Namen sie sich nie merken konnte) und Erin aka “die Neue” , um KJ zu helfen. Als die vier vereint gegen die Jugendlichen kämpfen, beginnt die Zeitschleife, die sie nun ihr Leben lang begleiten wird.

Zeitreise – Schleife oder Paradoxon?

Als die Kinder das erste Mal versehentlich auf der Flucht in eine Zeitreise katapultiert werden, ahnen sie noch nicht, was demnächst ihr Leben dominieren würde. Sie erreichen 2019 im Haus von Erins Alter-Ego und es beginnt ein Zeitreise-Loop, der das Gehirn arbeiten lässt. Genau das, was die Kinder erleben, durchlebt auch das Publikum. Die Serie baut einen Zeitreiseknoten nach dem anderen auf. Wir lernen die Kinder in unterschiedlichen Zeiten und Phasen ihres Lebens kennen.

Zu allem Überfluss erkennt eine Charaktere, als sie sich selbst nur in älter erlebt, dass sie Sapphic ist. Die Panik, die das auslöst, sorgt auch für einen kleinen Bruch innerhalb der Gruppe, den sie schnellstmöglich lösen müssen. Doch leider ist ihre Reise durch die Zeit nicht unbemerkt geblieben und die Leute, die über die Zeit wachen, finden das gar nicht gut, was die Kids dort treiben. Zumal das verändern der Zeitlinie böse Folgen haben wird.

Mein Fazit

Paper Girls ist eine Serie, die es verdient hat, mehr als nur 8 Folgen zu haben. Der Cliffhanger am Ende schmerzt noch immer und führt nicht wenig dazu, dass man sich die Comic-Ausgabe (Gesamtausgabe gibt es als Taschenbuch ab 60 EUR) kaufen möchte (was ich tat). Man möchte wissen, wie es weitergeht, was in welcher Zeit passiert; was mit den Kids in der jeweiligen Zeit passiert.

Wir lernen beim Zuschauen die Charaktere in jungen Jahren kennen, mit welchen Träumen, Hoffnungen und Wünschen sie leben. Gleichzeitig lernen wir ihre alten Ichs kennen und wie sehr sich das Leben dann doch verändert hat – oder auch nicht. Die Entwicklung auch der Kids innerhalb ihrer Zeitreisen ist in den 8 Folgen verblüffend gut umgesetzt. Die Spannung ist jederzeit greifbar und wir leiden mit allen Situationen mit.

Am meisten gefallen hat mir der Charakter von KJ, weil ich mich mit ihr am besten identifizieren konnte. Die Serie würde ich, trotz des miesen Cliffhangers, jeder Zeit empfehlen. Denn sie macht auch Lust auf den Comic, den ich im Übrigen auch empfehlen kann. Zu sehen gibt es die Serie auf Amazon Prime.

Inhaltswarnung

Die Serie ist ab 16 Jahren, beinhaltet folgende Themen:

  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Diskriminierung
  • Gewalt
  • Blut
  • ausfallende Sprache / Fluchen
  • Alkohol
  • Tod
  • Drogen

Seriendaten

Titel (Original) Paper Girls
Hauptbesetzung Sofia Rosinsky, Fina Strazza, Riley Lai Nelet, Camryn Jones
Typ Serie
Genre Abenteuer, Science Fiction, Zeitreise, Coming of Age, Sapphic, LGBTQIA+
Länge 8 Folgen á 40min
Altersempfehlung FSK 16
Erscheinungsdatum Juli 2022
Trailer
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Veröffentlicht von Heffa Fuzzel

Als ich 2010 mit dem Bloggen begann, war es noch für die Familie, die mein Leben in der neuen Stadt miterleben sollte. Das Studium endete 2016 und ich bin immer noch Bloggerin. 2012 bin ich unter die Buchblogs gegangen. Mittlerweile gibt es auf meinem Blog nicht nur Bücher, sondern auf Filme, Serien und andere Dinge, die mich im Leben bewegen. Seit einigen Jahren bin ich verstärkt in der Sapphic Bubble unterwegs und konsumiere hier die verschiedenen Geschichten.

2 Gedanken zu „Serien-Rezension | Prime Original: “Paper Girls” (Staffel 1)“

Dass so viele Serien direkt nach der ersten Staffel abgesetzt werden, ist so mies. Wenn man von vornherein nicht weiß, ob sie fortgesetzt werden kann, wieso endet man dann mit einem Cliffhanger? Richtig schade.
Ich glaube ich werde mir die Serie trotzdem anschauen, das klingt als wäre es das wert 🙂

Hey Jaq,
danke für deinen Kommentar (und sorry für die späte Antwort). Ich find Cliffhanger aber auch mega schlimm, wenn die schon wissen, wenn sie nicht weiter produzieren. Anders … ich hab jetzt auch eine Serie gehabt, da war klar, dass es nicht weiter geht. Der Cliffhanger schmerzte und nach 1 Jahr Arbeit durch die Community wird es nun doch eine Fortsetzung von 3 Filmen geben. Aber auch eine andere Serie bekam nach fast 2 Jahren noch eine vierte Staffel.

Manchmal weiß man eben auch nicht, ob es nicht doch weitergeht Dann sind die Cliffhanger wieder gut. Aber alles schwierig.

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